Gründung aus der Ferne

Singapur

Singapur besteuert Firmengewinne mit 17 %, stellt aber einen großen Teil der ersten 200.000 S$ frei, zahlt Dividenden steuerfrei aus und hat einen der besten Rufe aller Niedrigsteuerländer. Das Leben dort ist teuer und die Arbeitspässe sind wählerisch – für die meisten ist es ein Firmen- und Holdingstandort, kein neues Zuhause.

Unser Fazit

Top, wenn du eine asiatische Hub-Firma willst, die Banken, Investoren und Finanzämter ernst nehmen – oder wenn du einen Pass bekommst und dir die Stadt leisten kannst. Lass es, wenn du einen günstigen, einfachen Wohnsitz suchst oder die Firma von Europa aus führen willst – dann wird sie dort besteuert, wo du sitzt.

Ideal für

  • Gründer mit echtem Asiengeschäft, die einen angesehenen Hub brauchen
  • Tech- und VC-finanzierte Gründer, die einen EntrePass oder Employment Pass bekommen
  • Holding- und Treasury-Firmen, die erstklassige Banken und DBA brauchen

Eher nicht, wenn

  • Solo-Freelancer, die günstig leben wollen
  • Alle, die die Firma ohne Leute vor Ort von Europa aus führen wollen
  • Wer einen einfachen Aufenthaltstitel oder einen Zweitpass sucht

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick.

Körperschaftsteuer
17 %
Teilbefreiung auf die ersten 200.000 S$; Start-up-Befreiung in den ersten 3 Jahren
Effektiv auf 100.000 € Gewinn
≈ 8 %
≈ 5,7 % als neues Start-up, durch den Rabatt 2026 (max. 40.000 S$) nochmals halbiert
Quellensteuer auf Dividenden
0 %
One-Tier-System, Dividenden für Gesellschafter steuerfrei
Einkommensteuer
0–24 %
progressiv für Ansässige; ausländische Einkünfte steuerfrei
GST (Mehrwertsteuer)
9 %
Registrierung ab 1 Mio. S$ steuerpflichtigem Umsatz
Gründungsdauer
1–2 Tage
online bei ACRA über einen registrierten Filing Agent
Laufende Kosten
≈ 5.000 € / Jahr
inkl. Nominee-Director, Company Secretary, Buchhaltung
Mindestaufenthalt
183 Tage
für die persönliche Ansässigkeit; Arbeitspässe setzen voraus, dass du dort lebst
Währung
SGD (Singapur-Dollar)

Der Nerdy Index.

15 Kriterien, jedes mit 0–10 bewertet – nach veröffentlichter Formel oder Raster. Wähl, wer du bist – der Index gewichtet neu, was für dich zählt.

67Nerdy IndexGründer, zieht mit der Firma um
69Firma
65Wohnsitz
AusschüttungThesaurierungKostenTempoBankingRufSubstanzPers. SteuerZugangMindestaufenth.LebenskostenSicherheitRechtsstaatEnglischMobilität

FirmaWohnsitz

Firma 69/100

Steuer auf ausgeschüttete Gewinne17 % 5,8/10

Körperschaftsteuer plus Quellensteuer auf 100.000 € Gewinn, ausgeschüttet an einen nicht ansässigen Eigentümer. Transparente Gesellschaften (US-LLC) zahlen auf Firmenebene nichts – der Eigentümer versteuert zu Hause, daher neutral 5.

Formel 10 × (1 − Satz / 40), 0 % = 10, ab 40 % = 0 · Gewicht 25

Steuer auf thesaurierte Gewinne17 % 5,1/10

Steuer, solange Gewinne in der Firma bleiben (Estland und Georgien: 0 %).

Formel 10 × (1 − Satz / 35) · Gewicht 10

Laufende Kosten≈ 5.000 € / Jahr 6,7/10

Typische Jahreskosten, um eine kleine operative Firma sauber zu halten: Sitzadresse, Buchhaltung, Steuererklärungen, Prüfung falls Pflicht, Behördengebühren. Ohne Personal und Büromiete.

Einordnung: Nominee-Director (etwa 2.000–3.000 S$), Company Secretary, Sitzadresse, Buchhaltung, Steuer und jährliche ACRA-Meldungen für eine kleine, prüfungsbefreite Firma – rund 7.500 S$. Ohne Nominee, weil du selbst dort lebst, eher 3.000 €.

Formel unter 1.500 € = 10 · 3.000 € = 8 · 6.000 € = 6 · 10.000 € = 4 · 20.000 € = 2 · ab 30.000 € = 0 (linear dazwischen) · Gewicht 15 · SingaporeLegalAdvice – registration and compliance fees

Gründungstempo & Gründung aus der Ferne1–2 Werktage 10/10

Typische Werktage von unterschriebenen Unterlagen bis zur eingetragenen Firma. +1 Punkt (max. 10), wenn alles aus der Ferne geht.

Einordnung: ACRA trägt die meisten Firmen online innerhalb eines Tages nach Namensfreigabe ein; ein registrierter Filing Agent erledigt das, ohne dass du anreist.

Formel 1 Tag = 10 · 5 = 8 · 10 = 6 · 20 = 4 · 40 = 2 · ab 60 = 0, +1 bei Ferngründung · Gewicht 10 · ACRA – register a local company

Zugang zu BankenNerdy-Einschätzung 6/10

Wie leicht eine Firma mit ausländischem Eigentümer ein Geschäftskonto (lokale Bank oder regulierter E-Geld-Anbieter) eröffnen und behalten kann, das international funktioniert.

Unsere Einschätzung: Die großen lokalen Banken sind bei ausländisch gehaltenen Firmen mit Nominee-Director wählerisch und wollen den Inhaber meist treffen; digitale Geschäftskonten gehen in Tagen. Mit Arbeitspass und echtem Geschäft wird es viel leichter.

Bewertungsraster 10 = aus der Ferne, Tage, Großbanken · 7 = vor Ort, einige Wochen, machbar · 4 = langsam, wählerisch, oft nur mit lokalen Bezügen · 1 = für Ausländer sehr schwer · Gewicht 15

Ruf & Abkommensnetz~100 Abkommen · keine Liste 10/10

Anzahl der geltenden Doppelbesteuerungsabkommen, abzüglich Maluspunkten für Listen, die Banken und Finanzämter nervös machen: EU-Liste nicht kooperativer Länder (Anhang I), EU-Beobachtungsliste (Anhang II), FATF-Grauliste.

Einordnung: Rund 100 umfassende DBA (PwC listet 98), auch mit Deutschland, Österreich und der Schweiz; auf keiner EU- oder FATF-Liste.

Formel ab 90 Abkommen = 10 · 70 = 9 · 50 = 8 · 30 = 6 · 10 = 4 · 0 = 2; −6 EU-Anhang I, −2 EU-Anhang II, −4 FATF-Grauliste · Gewicht 15 · IRAS – list of DTAs

Substanz-AufwandNerdy-Einschätzung 5/10

Wie viel echte Präsenz (Geschäftsführer, Büro, Personal, Board-Meetings) die Firma vor Ort braucht, um dort als steuerlich ansässig anerkannt zu werden und die Bank zufriedenzustellen. Höhere Punktzahl = weniger Aufwand.

Unsere Einschätzung: Gesetzlich muss ein Director in Singapur leben. Für steuerliche Ansässigkeit und DBA-Schutz müssen Kontrolle und Geschäftsleitung (Board-Entscheidungen) in Singapur liegen, und Gewinne aus Auslandsvermögen werden ohne wirtschaftliche Substanz besteuert.

Bewertungsraster 10 = nichts außer dem Eigentümer, der sie führt · 7 = lokaler Director oder virtuelles Büro reicht meist · 4 = echtes Büro und Geschäftsleitung vor Ort erwartet · 1 = Personal und Räume Pflicht (z. B. Freihandelszonen-Lizenz) · Gewicht 10

Wohnsitz 65/100

Persönliche Steuer als Zuzügler0 % (Dividenden) 10/10

Effektive Steuer, die ein neu zugezogener Resident auf 100.000 € Einkommen aus der eigenen (ausländischen oder lokalen) Firma zahlt – mit dem besten Regime, das Unternehmern realistisch offensteht (Non-Dom, Pauschalsteuer, territorial, Sonderregime). Ohne Sozialversicherung.

Einordnung: Steuerlich Ansässiger, der 100.000 € als Dividende aus seiner Singapurer oder ausländischen Firma nimmt: One-Tier-Dividenden und ausländische Einkünfte sind steuerfrei. Ein Gehalt, das für den Arbeitspass oft nötig ist, kostet 0–24 %.

Formel 10 × (1 − Satz / 45) · Gewicht 25 · PwC Worldwide Tax Summaries – Singapore individual

Zugang zum AufenthaltNerdy-Einschätzung 3/10

Wie realistisch ein Nicht-EU-Unternehmer eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, die auch steuerliche Ansässigkeit bringt: Voraussetzungen, Kosten, Dauer, Chancen. EU-Bürger haben es meist leichter – steht in der Begründung.

Unsere Einschätzung: Kein Investoren- oder „eigene Firma“-Weg für normale Gründer: Der EntrePass verlangt VC-Geld, IP oder einen Accelerator, der Employment Pass ein hohes Gehalt plus COMPASS-Punkte, der ONE Pass 30.000 S$ im Monat.

Bewertungsraster 10 = Wochen, günstig, über eigene Firma oder einfache Anmeldung · 7 = einige Monate, moderate Kosten (z. B. D7/Nomad-Visum) · 4 = anspruchsvoll (hohes Einkommen, Investition oder Gespräche) · 1 = ohne Jobangebot oder große Investition kaum möglich · Gewicht 15

Mindestaufenthalt183 Tage 4/10

Tage pro Jahr, die du dort verbringen musst, um Erlaubnis und steuerliche Ansässigkeit zu behalten (das Strengere zählt, mit dem flexibelsten Programm).

Einordnung: Für die persönliche Ansässigkeit brauchst du 183 Tage im Kalenderjahr, und Arbeitspässe setzen voraus, dass Singapur dein Lebens- und Arbeitsort ist.

Formel 0–30 Tage = 10 · 60 = 8 · 90 = 7 · 183 = 4 · ab 270 = 2 · Gewicht 10 · IRAS – tax residency

Lebenshaltungskosten91,9 (Singapur) · Singapore 1/10

Numbeo Cost of Living Index (ohne Miete, New York = 100) für die Stadt, die die meisten Expats wählen.

Einordnung: Numbeo-Lebenshaltungskosten ohne Miete – auf New-York-Niveau; Mieten und Autos gehören zu den teuersten der Welt, Hawker-Essen zu den günstigsten.

Formel Index 30 = 10 · 50 = 7 · 70 = 4 · ab 90 = 1 (linear) · Gewicht 12 · Numbeo – cost of living in Singapore

Sicherheit77,7 (Singapur) · Singapore 7,8/10

Numbeo Safety Index für dieselbe Stadt (0–100, höher ist sicherer).

Einordnung: Sehr wenig Kriminalität; strenge Gesetze und strenge Durchsetzung gehören zum Deal.

Formel Index / 10 · Gewicht 10 · Numbeo – crime in Singapore

Rechtsstaat & Stabilität92. Perzentil 9,2/10

Weltbank Worldwide Governance Indicators, Perzentilrang Rechtsstaatlichkeit (0–100). Misst, wie verlässlich Gerichte, Verträge und Eigentumsrechte sind.

Einordnung: Weltbank WGI 2025, Rechtsstaatlichkeit: Singapur liegt vor etwa 92 % von 215 Ländern – effiziente Gerichte, verlässliche Vertragsdurchsetzung.

Formel Perzentil / 10 · Gewicht 10 · World Bank – Worldwide Governance Indicators

Englisch im Alltag & BusinessAmtssprache 10/10

Punktwert im EF English Proficiency Index. Länder mit Englisch als Amts- oder übliche Geschäftssprache zählen mit 700.

Einordnung: Englisch ist Amtssprache und die Sprache von Behörden, Gerichten, Business und Schulen.

Formel 400 = 1 · 500 = 4 · 550 = 6 · 600 = 8 · ab 650 = 10 · Gewicht 8 · Singapore Government – official languages

Mobilität & PerspektiveNerdy-Einschätzung 5/10

Was dir der Aufenthalt über das Land hinaus bringt: Schengen-/EU-Zugang, Daueraufenthalt und Weg zur Staatsbürgerschaft, Stärke eines späteren Passes, doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt.

Unsere Einschätzung: Pass-Inhaber können den Daueraufenthalt (PR) beantragen, aber die Entscheidung ist Ermessenssache und schwer vorherzusagen; für die Staatsbürgerschaft musst du deinen bisherigen Pass abgeben.

Bewertungsraster 10 = EU/Schengen, Einbürgerung in ~5 Jahren, doppelt erlaubt · 7 = starker regionaler Zugang oder schneller Daueraufenthalt · 4 = nur lokaler Aufenthalt, langer Weg · 1 = kein Weg zu Dauerhaftigkeit · Gewicht 10

Zahlen geprüft: September 2026. Klick auf eine Zeile für Formel, Begründung und Quelle. So funktioniert der Nerdy Index

Wege zu Aufenthalt & Visum.

EntrePass

Für Gründer einer Singapurer Private Limited mit mindestens 30 % Anteil, wenn das Business VC-finanziert oder innovativ ist: z. B. 100.000 S$ von einem anerkannten Investor, ein anerkannter Inkubator oder Accelerator, eigenes geistiges Eigentum oder Forschungskooperationen. Verlängerungen hängen an Geschäftsausgaben und lokalen Mitarbeitern.

Employment Pass

Deine eigene Firma kann dich anstellen, wenn sie mindestens 5.600 S$ im Monat zahlt (mehr mit dem Alter, ab 2027 6.000 S$) und du 40 Punkte im COMPASS-System erreichst – schwierig für eine neue Firma ohne lokale Mitarbeiter.

ONE Pass

Fünfjähriger Pass für Topverdiener mit einem Fixgehalt von 30.000 S$ im Monat oder vergleichbaren Leistungen; du darfst damit Firmen gründen und führen.

Steuerliche Ansässigkeit

183 Tage im Kalenderjahr (oder über zwei Jahre verteilt, oder drei Jahre Arbeit in Folge). Ansässige zahlen 0–24 %; Dividenden aus Singapurer Firmen und ausländische Einkünfte sind steuerfrei.

Was für Singapur spricht

  • Erstklassiger Ruf bei Banken, Investoren und Finanzämtern
  • Rund 8 % effektive Steuer auf 100.000 € Gewinn dank Teilbefreiungen
  • Steuerfreie Dividenden, keine Quellensteuer
  • Fast 100 DBA, auch mit Deutschland
  • Gründung an einem Tag, Englisch überall, Gerichte, die funktionieren
  • Privatpersonen zahlen nichts auf ausländische Einkünfte

Worauf du achten solltest

  • Ein in Singapur ansässiger Director ist Pflicht – ein Nominee kostet Geld und birgt Risiken
  • Arbeitspässe sind wählerisch; kein einfaches „Umzug mit eigener Firma“-Visum
  • Eine der teuersten Städte der Welt, vor allem bei der Miete
  • Gewinne über 200.000 S$ werden am Rand voll mit 17 % besteuert
  • Ausländische Einkünfte werden bei Überweisung steuerpflichtig, Auslandsgewinne brauchen echte Substanz
  • Von Europa aus geführt, wird die Firma dort besteuert, wo du sie leitest

Singapur ist das Niedrigsteuerland, das niemand Steueroase nennt. 17 % Körperschaftsteuer auf dem Papier, rund 100 Doppelbesteuerungsabkommen, einige der besten Banken und Gerichte der Welt – und ein System aus Teilbefreiungen, das die Steuer auf den Gewinn einer kleinen Firma deutlich unter 10 % drückt.

Gleichzeitig ist es eine der teuersten Städte der Welt, und Aufenthaltstitel gibt es nicht für jeden mit Laptop und Firma. Für die meisten unserer Leser ist Singapur ein Ort für eine Firma oder Holding, nicht für den eigenen Umzug. So funktioniert es, Stand September 2026.

Passt Singapur zu dir?

Sei ehrlich, welches von zwei sehr unterschiedlichen Dingen du willst.

Die Firma, geführt von Leuten in Singapur. Hast du echtes Geschäft in Asien – Kunden, Lieferanten, ein Team –, ist eine Singapurer Firma der respektierte Standard. Banken, Investoren und Geschäftspartner kennen sie, Abkommen schützen die Zahlungen, und Dividenden verlassen die Firma steuerfrei. Das gilt auch für eine regionale Holding – solange die Entscheidungen wirklich in Singapur fallen.

Du, wohnhaft in Singapur. Das geht, wenn du einen Arbeitspass bekommst: ein VC-finanziertes oder innovatives Start-up (EntrePass), ein ordentliches Gehalt aus der eigenen Firma (Employment Pass) oder Topverdiener-Status (ONE Pass). Dann ist auch die persönliche Seite attraktiv: Dividenden und ausländische Einkünfte sind steuerfrei, Gehälter kosten 0–24 %.

Die falsche Wahl ist es, wenn du günstig leben willst, einen einfachen Aufenthaltstitel suchst oder eine Singapur-Firma vom Küchentisch in Hamburg aus führen willst. Letzteres ist der Klassiker: Eine Firma mit Geschäftsleitung in Deutschland ist in Deutschland steuerpflichtig, und daran ändert dein Nominee-Director in Singapur nichts (siehe Ort der Geschäftsleitung).

Die Firma

Die Rechtsform

Standard ist die Private Limited Company (Pte. Ltd.). Die Eintragung bei ACRA läuft online über einen registrierten Filing Agent und dauert nach Namensfreigabe meist einen Tag. Mindestkapital: 1 S$. Gesetzlich Pflicht sind mindestens ein Director mit gewöhnlichem Aufenthalt in Singapur (Staatsbürger, Permanent Resident oder Pass-Inhaber), ein Company Secretary innerhalb von sechs Monaten und eine lokale Sitzadresse. Ausländische Gründer ohne Pass nehmen meist einen Nominee-Director – das funktioniert, aber du setzt jemanden mit echten Pflichten und Zugriff auf deine Firma ein.

So werden Gewinne besteuert

  • Körperschaftsteuer: 17 %, aber mit Teilbefreiung: 75 % der ersten 10.000 S$ und 50 % der nächsten 190.000 S$ des steuerpflichtigen Gewinns sind befreit.
  • Start-up-Befreiung für die ersten drei Jahre einer neuen Firma: 75 % der ersten 100.000 S$ und 50 % der nächsten 100.000 S$ (nicht für reine Holding- oder Immobilienentwicklungsfirmen).
  • Rabatt 2026: Für das Veranlagungsjahr 2026 gibt es 50 % Rabatt auf die Körperschaftsteuer, maximal 40.000 S$ (im April 2026 aufgestockt).
  • Dividenden: One-Tier-System – keine Quellensteuer, steuerfrei für den Gesellschafter.
  • Ausländische Einkünfte: werden bei Überweisung nach Singapur besteuert; ausländische Dividenden, Betriebsstättengewinne und Dienstleistungseinkünfte sind befreit, wenn sie im Ausland mit einem Regelsatz von mindestens 15 % besteuert wurden.
  • GST: 9 %, Registrierung ab 1 Mio. S$ steuerpflichtigem Umsatz.

Rechenbeispiel: 100.000 € Gewinn (≈ 150.000 S$), etablierte Firma, ohne Rabatt, Dividende an dich.

SchrittBetrag
Gewinn vor Steuern150.000 S$
Befreit: 75 % von 10.000 S$ + 50 % von 140.000 S$–77.500 S$
Steuerpflichtiger Gewinn72.500 S$
Körperschaftsteuer (17 %)–12.325 S$ (≈ 8,2 %)
Dividende137.675 S$
Quellen- und Einkommensteuer0 S$
Steuer gesamt≈ 8,2 %

Als neues Start-up sinkt die Steuer auf 8.500 S$ (5,7 %), und der Rabatt 2026 halbiert, was übrig bleibt. Über 200.000 S$ Gewinn zahlt jeder weitere Dollar die vollen 17 %. Szenarien vergleichst du im Steuerrechner – der rechnet allerdings mit dem Regelsatz von 17 %.

Kosten

Die Eintragung kostet ein paar hundert Singapur-Dollar an Gebühren. Eine kleine, prüfungsbefreite Firma zu führen kostet rund 7.500 S$ (≈ 5.000 €) im Jahr mit Nominee-Director, Company Secretary, Sitzadresse, Buchhaltung, Steuererklärung und ACRA-Meldungen. Lebst du selbst dort und bist Director, eher 3.000 €. Kleine Firmen brauchen keine Abschlussprüfung.

Bank

Singapurs Banken gehören zu den bestkapitalisierten der Welt – und genau deshalb sind sie wählerisch. Eine ausländisch gehaltene Firma mit Nominee-Director, ohne lokale Mitarbeiter und ohne Asiengeschäft wird oft abgelehnt oder zu einem persönlichen Termin gebeten. Digitale Geschäftskonten gehen schnell auf und reichen für die meisten Zahlungen. Mit Arbeitspass, lokaler Adresse und echtem Geschäft werden die großen Banken deutlich freundlicher. Mehr Optionen in unserem Banking-Guide.

Substanz

Singapur besteuert Firmen nach Kontrolle und Geschäftsleitung: Die Firma ist steuerlich ansässig (und bekommt Ansässigkeitsbescheinigung und DBA-Schutz), wenn das Board seine strategischen Entscheidungen in Singapur trifft. Seit 2024 sind Gewinne aus dem Verkauf von Auslandsvermögen steuerpflichtig, wenn die Firma keine echte wirtschaftliche Substanz in Singapur hat. Eine Holding mit Nominee-Director und ohne Leute besteht diesen Test nicht – und die Hinzurechnungsbesteuerung deines Heimatlands schaut sowieso drauf (Hinzurechnungsbesteuerung).

Leben in Singapur

Wege zum Aufenthalt

WegFürWichtigste Voraussetzungen
EntrePassStart-up-GründerPte. Ltd. mit 30 %+ Anteil; VC-Geld ab 100.000 S$, anerkannter Inkubator, eigenes IP oder Forschungskooperation; Verlängerung hängt an Ausgaben und lokalen Jobs
Employment PassAngestellte, auch der eigenen FirmaAb 5.600 S$ im Monat (mehr mit dem Alter; ab 2027 6.000 S$) plus 40 COMPASS-Punkte
ONE PassTop-Talente30.000 S$ Fixgehalt im Monat oder herausragende Leistungen; 5 Jahre
Permanent ResidenceLangjährige Pass-InhaberErmessensentscheidung ohne veröffentlichte Formel

Die ehrliche Zusammenfassung: Ein „Umzug mit eigener Firma“-Visum für normale kleine Unternehmen gibt es nicht. Ein Berater mit Ein-Personen-Firma schafft COMPASS selten, und der EntrePass ist für Start-ups mit Investoren oder geistigem Eigentum gedacht.

Persönliche Steuer

Ansässige zahlen progressiv 0 % bis 24 % auf Einkünfte aus Arbeit und Geschäft in Singapur. Dividenden aus Singapurer Firmen und ausländische Einkünfte sind für Privatpersonen steuerfrei, auch wenn du das Geld nach Singapur holst (außer über eine Singapurer Personengesellschaft). Es gibt keine Kapitalertrag- und keine Erbschaftsteuer und für Ausländer keine CPF-Sozialabgaben.

Tage

Steuerlich ansässig bist du mit 183 Tagen im Kalenderjahr (oder über die Zwei- und Dreijahresregeln für Angestellte). In der Praxis setzt ein Arbeitspass voraus, dass Singapur dein Lebens- und Arbeitsort ist – ein Teilzeitwohnsitz ist das nicht.

Alltag

Numbeo setzt Singapurs Lebenshaltungskosten (ohne Miete) auf 91,9 – New-York-Terrain. Miete, Autos und internationale Schulen sind atemberaubend teuer; die Hawker Centres, wo ein richtig gutes Essen ein paar Dollar kostet, sind das berühmte Gegengewicht. Die Stadt ist blitzsauber, effizient und sehr sicher (Numbeo-Sicherheitsindex 77,7), Englisch ist Amtssprache, und Changi verbindet dich mit ganz Asien. Die Kehrseite: ganzjährig Hitze und Luftfeuchtigkeit, strenge Gesetze mit strenger Durchsetzung und ein Tempo, das eher zu ehrgeizigen Menschen passt als zu Gründern, die am Strand chillen wollen.

Die Haken

Was schiefgehen kann

01

Geschäftsleitung zu Hause.

Eine Singapur-Firma, die aus Europa geführt wird, wird in Europa besteuert – mit oder ohne Nominee.

02

Nominee-Directors.

Ohne ansässigen Director gesetzlich nötig, aber eine echte Rechtsposition mit echtem Zugriff. Nimm einen lizenzierten Anbieter und klare Verträge.

03

Überweisungsfalle.

Ausländische Einkünfte, die eine Firma nach Singapur holt, sind steuerpflichtig, wenn keine Befreiung greift; Auslandsgewinne brauchen Substanz.

04

Arbeitspässe.

Kein Investorvisum für normale Gründer. Plan den Pass, bevor du den Umzug planst.

05

Kosten.

Die Firmenkosten sind moderat, die Lebenshaltungskosten gehören zu den höchsten der Welt.

06

Dein altes Land.

Wegzugsbesteuerung, erweiterte beschränkte Steuerpflicht und Hinzurechnungsbesteuerung gelten weiter – siehe Wegzugsbesteuerung.

Schritt für Schritt

In Singapur aufsetzen

  1. Rolle festlegen

    Nur die Firma (mit Leuten in Singapur) oder Firma plus Umzug? Davon hängen Pass, Directors und Kosten ab.

  2. Heimatland prüfen

    Geschäftsleitung, Hinzurechnungsbesteuerung und Wegzug klären, bevor du gründest.

  3. Filing Agent beauftragen

    Ein registrierter Corporate Service Provider übernimmt ACRA-Anmeldung, Secretary und falls nötig den Nominee-Director.

  4. Gründen

    Namensfreigabe und Eintragung – meist ein Tag.

  5. Konten eröffnen

    Bei einer lokalen Bank mit klarem Businessplan bewerben; zum Start ein digitales Geschäftskonto nutzen.

  6. Pass beantragen

    EntrePass oder Employment Pass über deine Firma, wenn du umziehen willst; danach Wohnung und steuerliche Ansässigkeit.

FAQ

Ist Singapur eine Steueroase?

Nein – 17 % Regelsatz, rund 100 DBA und auf keiner EU- oder FATF-Liste. Kleine Gewinne werden dank Befreiungen niedrig besteuert; das ist Politik, kein Schlupfloch.

Bekomme ich einen Aufenthalt, wenn ich eine Firma gründe?

Nicht automatisch. Du brauchst einen Arbeitspass, und die Firma muss dessen Kriterien erfüllen – Finanzierung oder Innovation beim EntrePass, hohes Gehalt und COMPASS-Punkte beim Employment Pass.

Zahle ich Steuern auf meine Dividenden?

In Singapur nicht: One-Tier-Dividenden sind steuerfrei. Lebst du in Deutschland, besteuert Deutschland sie.

Was kostet eine Singapur-Firma im Jahr?

Etwa 5.000 € mit Nominee-Director und ausgelagerter Compliance, eher 3.000 €, wenn du selbst dort lebst.

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Quellen

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