Drei sonnige Orte, drei völlig verschiedene Steuermaschinen. Dubai sagt „keine Einkommensteuer“, Zypern sagt „0 % auf Dividenden für 17 Jahre“, Malta sagt „35 % … kleiner Scherz, eher 5 %“. Alles stimmt. Nichts davon ist die ganze Geschichte.
Wir haben denselben Gründer durch alle drei Länder geschickt, mit den Zahlen aus unseren Länder-Factsheets (geprüft im September 2026). Spoiler: Wer gewinnt, hängt weniger vom Steuersatz ab als davon, wo du morgens aufwachen willst.
Die Kandidaten in einer Tabelle#
| Dubai (VAE) | Zypern | Malta | |
|---|---|---|---|
| Körperschaftsteuer | 0 % bis AED 375.000 (≈ 88.000 €), 9 % darüber | 15 % (seit 2026) | 35 %, ≈ 5 % nach 6/7-Erstattung an Gesellschafter, oder optional final 15 % |
| Quellensteuer auf Dividenden | 0 % | 0 % an Nichtansässige | 0 % an Nichtansässige |
| Persönliche Steuer auf deine Dividenden | Keine | 0 % SDC für Non-Doms (17 Jahre), 2,65 % Gesundheitsbeitrag | Hängt von Domizil und Struktur ab |
| Mindestaufenthalt für Ansässigkeit | 90 Tage (mit Visum + Wohnung oder Geschäft) | 60 Tage (60-Tage-Regel) | Keine feste Zahl, aber eine echte Wohnung |
| EU / Schengen | Weder noch | EU, nicht Schengen | EU und Schengen |
| Mehrwertsteuer | 5 % | 19 % | 18 % |
| Gründungsdauer | ≈ 1 Woche Lizenz, 2–4 Wochen Visum | 1–2 Wochen | 1–2 Wochen nach Due Diligence |
| Laufende Kosten pro Jahr | ≈ 6.000 € | ≈ 5.000 € | ≈ 7.000 € |
| Abschlussprüfung | Pflicht für 0 % in der Freihandelszone | Jede Firma | Jede Firma |
Willst du selbst vergleichen? Öffne den Vergleich Dubai vs. Zypern vs. Malta.
Unser Test-Gründer#
Wir stellen vor: ein (hypothetischer) Gründer mit Ein-Personen-Beratung, 200.000 € Gewinn im Jahr, Kunden in ganz Europa, will den Großteil ausschütten und wirklich umziehen. Keine Mitarbeiter, kein besonderes IP, keine Immobilien. Vereinfachte Rechnung, ohne Sozialabgaben und persönliche Freibeträge – es geht um die Größenordnung, nicht um den Cent.
Dubai: die niedrigste Steuerzeile#
- Firma: 0 % auf die ersten ≈ 88.000 €, 9 % auf die übrigen ≈ 112.000 € → rund 10.100 €.
- Dividende an dich: keine Quellensteuer, keine Einkommensteuer.
- Gesamt: ≈ 10.100 €, etwa 5 %.
Es geht sogar noch besser. Die Small Business Relief behandelt Firmen mit bis zu AED 3 Millionen Umsatz (rund 700.000 €) so, als hätten sie kein steuerpflichtiges Einkommen – für Steuerjahre, die bis zum 31. Dezember 2029 enden. Du musst sie beantragen, und Freihandelszonen-Firmen, die 0 % in Anspruch nehmen, sind ausgeschlossen. Diese können 0 % auf qualifizierte Einkünfte zahlen, aber nur mit echter Substanz und geprüftem Abschluss – und simple Beratung für ausländische Kunden qualifiziert nicht automatisch.
Der Haken ist nicht die Steuer, sondern alles drumherum: Lizenz, Visum und Miete machen Dubai zu einem der teureren Starts, das Bank-Onboarding läuft persönlich und dokumentenlastig, und mit Deutschland gibt es kein Doppelbesteuerungsabkommen. Bleibst du mit einem Bein in Deutschland, treffen dich Wegzugsbesteuerung und Hinzurechnungsbesteuerung mit voller Wucht.
Zypern: der EU-Allrounder#
- Firma: 15 % auf 200.000 € → 30.000 €.
- Dividende von 170.000 € an dich als Non-Dom: 0 % Special Defence Contribution für 17 Jahre, aber 2,65 % Gesundheitsbeitrag (GHS) → rund 4.500 €.
- Gesamt: ≈ 34.500 €, etwa 17 %.
Das ist mehr als das Dreifache von Dubai. Was du dafür bekommst: ein EU-Land mit englischsprachigem Geschäftsleben, ein breites DBA-Netz und die flexibelste Steueransässigkeit Europas. Mit der 60-Tage-Regel wirst du auf Zypern ansässig, wenn du 60 Tage auf der Insel verbringst, dort wohnst, ein zypriotisches Geschäft oder Director-Amt hast, sonst nirgends steuerlich ansässig bist und in keinem anderen Land mehr als 183 Tage verbringst.
Die Reform 2026 hat die Körperschaftsteuer von 12,5 % auf 15 % erhöht, aber auch die alte fiktive Dividendenausschüttung für neue Gewinne abgeschafft – gut, wenn du Geld in der Firma lassen willst. Jede zypriotische Firma braucht eine Abschlussprüfung, und Banken erwarten echte Substanz.
Malta: die clevere Struktur#
- Firma: 35 % auf 200.000 € → 70.000 €.
- Bei Ausschüttung fordert der Gesellschafter 6/7 dieser Steuer zurück → 60.000 € Erstattung.
- Netto: ≈ 10.000 €, etwa 5 % auf Firmen- und Gesellschafterebene zusammen.
Auf dem Papier liegt Malta gleichauf mit Dubai. In der Praxis mit drei Sternchen:
- Du finanzierst 35 % vor. Die Erstattung kommt nach der Dividende und braucht eine saubere (meist zweistufige) Struktur.
- Deine persönliche Lage zählt. Die ≈ 5 % sind das klassische Ergebnis für Gesellschafter im Ausland. Lebst du selbst in Malta, hängt die Besteuerung von Dividende und Erstattung von deinem Domizil und deiner Struktur ab – lass es durchrechnen, bevor du dich auf die Zahl verlässt. Non-Doms zahlen auf Auslandseinkünfte nur, wenn sie nach Malta überwiesen werden, mit mindestens 5.000 € Steuer, sobald die Auslandseinkünfte 35.000 € übersteigen.
- Oder du lässt die Erstattung weg. Seit September 2025 können Firmen stattdessen final 15 % wählen (FITWI) – einfacher, aber für mindestens fünf Jahre bindend.
Malta ist im Unterhalt auch am teuersten (≈ 7.000 € im Jahr für eine Firma, mit Holding etwa das Doppelte) und hat die langsamsten Banken der drei. Dafür bekommst du EU, Schengen, den Euro und Englisch als Amtssprache.
Die Rechnung auf 200.000 €#
| Dubai | Zypern | Malta | |
|---|---|---|---|
| Steuer auf 200.000 € Gewinn, ausgeschüttet | ≈ 10.100 € | ≈ 34.500 € | ≈ 10.000 € |
| Laufende Kosten (≈) | 6.000 € | 5.000 € | 7.000 € |
| Gesamtkosten (≈) | 16.100 € | 39.500 € | 17.000 € |
| Was dir bleibt (≈) | 183.900 € | 160.500 € | 183.000 € |
Rein rechnerisch liegen Dubai und Malta Kopf an Kopf; Zypern liegt rund 23.000 € im Jahr dahinter. Aber achte darauf, wie nah die „langweiligen“ Kosten beieinanderliegen – und wie sehr jetzt die Faktoren jenseits der Steuer zählen.
Jenseits der Steuerzeile#
Wo du deine Tage wirklich verbringst#
- Dubai: 90 Tage im Jahr können für eine Ansässigkeitsbescheinigung reichen (mit Aufenthaltsvisum und Wohnung oder Geschäft dort). Dein Visum braucht mindestens alle sechs Monate einen Besuch. Die Sommer von Juni bis September sind brutal.
- Zypern: 60 Tage, aber mit strengen Bedingungen – vor allem „keine andere steuerliche Ansässigkeit“. Lange heiße Sommer, milde Winter, kein Schengen.
- Malta: keine feste Tageszahl, aber du brauchst eine echte Wohnung und Bindungen; im Global Residence Programme darfst du in keinem anderen Land mehr als 183 Tage verbringen. Voll, laut und teuer rund um Sliema und St Julian’s.
Banking#
Alle drei wollen echte Substanz und eine Geschichte, die aufgeht. Banken in Dubai eröffnen persönlich, mit Aufenthaltsvisum in der Hand. Zypriotische Banken brauchen Wochen und wollen lokale Aktivität sehen. Maltesische Banken sind die langsamsten – Monate statt Wochen –, deshalb starten die meisten Gründer mit einem EU-E-Geld-Institut. Mehr dazu in Banking im Ausland: Warum Konten gekündigt werden.
Aufenthalt und Familie#
- Dubai: Deine eigene Firma sponsert dein Zwei-Jahres-Visum plus Ehepartner und Kinder. Das zehnjährige Golden Visa ist eine Alternative. Ein realistischer Weg zur Staatsbürgerschaft existiert nicht.
- Zypern: EU-Bürger melden sich einfach an. Nicht-EU-Gründer nutzen den Weg über eine Firma mit ausländischer Beteiligung oder das Digital Nomad Visa (3.500 € netto im Monat).
- Malta: EU-Bürger melden sich an. Nicht-EU-Gründer haben das Nomad Residence Permit (42.000 € im Jahr) oder das Global Residence Programme (15 % auf überwiesene Auslandseinkünfte, mindestens 15.000 € Steuer).
Unser Urteil#
- Nimm Dubai, wenn du bereit bist, wirklich am Golf zu leben, die niedrigste Steuer mit der wenigsten Struktur willst und keine EU-Firma brauchst. Ideal für Berater und Dienstleister, die den Großteil ihres Gewinns ausschütten.
- Nimm Zypern, wenn du eine echte EU-Basis willst, viel reist und Einfachheit über die letzten Prozentpunkte stellst. Du zahlst mehr Steuern, bekommst aber die 60-Tage-Regel, Englisch und eine normale EU-Firma, die deine Kunden nicht hinterfragen.
- Nimm Malta, wenn du profitabel genug bist (denk an sechsstellige Gewinne), um die Struktur zu rechtfertigen, und EU plus Schengen willst. Malta belohnt Geduld und einen guten Steuerberater – nicht Tempo.
Und nimm keins davon, wenn du Wohnung, Familie und Alltag in Deutschland oder einem anderen Hochsteuerland behalten willst. Eine Firma wird dort besteuert, wo sie geführt wird, und dein altes Land besteuert dann gern dich und sie. Warum, erklärt unser Guide zum Ort der Geschäftsleitung.
Den größeren Überblick gibt’s in beste Länder zum Auswandern und im Nerdy-Index-Ranking. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung; die Zahlen sind vereinfacht, Stand September 2026.
Noch unentschlossen? Lass den Jurisdiction Finder deine Prioritäten gewichten oder deine Zahlen in einer Strategy Session durchrechnen.
Quellen#
- VAE Federal Tax Authority – Körperschaftsteuer
- PwC Worldwide Tax Summaries – VAE, Unternehmenssteuern
- PwC Worldwide Tax Summaries – VAE, Ansässigkeit
- DLA Piper – VAE verlängern die Small Business Relief (Ministerial Decision 131/2026)
- VAE-Finanzministerium – Doppelbesteuerungsabkommen
- Zyprische Steuerbehörde – Ansässigkeit, 60-Tage-Regel, Non-Dom
- PwC Worldwide Tax Summaries – Zypern, Unternehmenssteuern
- PwC Zypern – die zypriotische Steuerreform
- Commissioner for Revenue Malta – Erstattungen, Mindeststeuer für Non-Doms, GRP
- PwC Worldwide Tax Summaries – Malta, Unternehmenssteuern (35 % und FITWI)
- Residency Malta Agency – Nomad Residence Permit









