Ob Friedrich Merz Weihnachten noch im Kanzleramt sitzt, sollen die Demoskopen beantworten. Uns interessiert etwas anderes: Was macht eine Regierung mit deinem Geld, wenn sie für Reformen keine Mehrheit hat, für neue Ausgaben aber immer? Darauf gibt es keine Umfrage. Darauf gibt es eine Rechnung, und die machen wir hier auf.
Kein Text auf dieser Seite enthält mehr Zahlen. Jede ist unten belegt. Wo es um eine Prognose, einen Entwurf oder meine Meinung geht, steht das dabei.
Die Rechnung bis heute#
| Posten | Früher | Heute | Tendenz |
|---|---|---|---|
| Staatsquote (Staatsausgaben in % des BIP) | 45,5 % (2019) | 50,5 % (2025) | 50,9 % (Institute) bis 52,0 % (EU-Kommission) für 2026; rund 52½ % bis 2029 (Stabilitätsrat) |
| Reales BIP-Wachstum | –1,0 % (2023), 0,0 % (2024) | +0,2 % (2025) | +1,3 % (Prognose 2026), +0,4 % (Prognose 2028) |
| Staatsschulden | 62,2 % des BIP (2024) | 2,84 Billionen €, 63,5 % (2025) | 68,8 % im Jahr 2028 (Prognose der Institute) |
| Neuverschuldung des Bundes, Kernhaushalt | 98,0 Mrd. € (2026) | 118,7 Mrd. € (Entwurf 2027); 972 Mrd. € für 2026–2030 samt Sondervermögen (Schätzung des IW) | |
| Zinsausgaben des Bundes | rund 4 Mrd. € (2021) | 30,3 Mrd. € (2026) | 41,9 Mrd. € (Entwurf 2027), 80,7 Mrd. € (Finanzplan 2030) |
| Bundeszuschüsse zur Rente | 122,5 Mrd. € (2025) | 127,8 Mrd. € (2026), 24,4 % des Haushalts | 132 Mrd. € (Entwurf 2027) |
| Sozialversicherungsbeiträge, alle Zweige | 40,9 % (2024) | 42,3 % (2026) | rund 49 % bis 2035 (IGES-Projektion, Spanne 46–53 %) |
| Beitragsbemessungsgrenze Rente | 7.550 € im Monat (2024) | 8.450 € (2026) | +11,9 % in zwei Jahren |
| Steuer- und Abgabenlast, Single mit Durchschnittslohn | 49,3 % (OECD, Daten 2025) | Platz zwei in der OECD hinter Belgien (52,5 %); OECD-Schnitt 35,1 % | |
| Koalition in den Umfragen | 44,9 % (Wahl, Februar 2025) | 31–36 % (sechs Institute, 15. September bis 3. Oktober 2026) | In keiner einzigen eine Mehrheit |
In Kommentaren kursiert für die Staatsquote gern die runde Zahl 53 %. Die höchste amtliche Zahl, die wir gefunden haben, sind die 52½ % des Stabilitätsrats, und die gelten für 2029. Ob man aufrundet oder nicht, die eigentliche Nachricht ist die Richtung. Sieben Prozentpunkte des BIP in zehn Jahren sind grob 300 Milliarden € im Jahr, über die früher diejenigen verfügt haben, die sie erarbeitet hatten.
Und dann das Schuldenpaket. Dafür lohnt es sich, den Kalender aufzuschlagen. Gewählt wurde am 23. Februar 2025. Artikel 39 des Grundgesetzes schreibt vor, dass der neue Bundestag „spätestens am dreißigsten Tage nach der Wahl“ zusammentritt. Das tat er am 25. März, also am dreißigsten Tag und damit auf den letzten Drücker. Bis dahin war noch der alte Bundestag im Amt. Den rief man am 13. und 18. März zu Sondersitzungen zusammen und änderte mit ihm das Grundgesetz: 500 Milliarden € Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, Laufzeit zwölf Jahre. Sondervermögen ist dabei nur der freundlichere Name für Schulden. Dazu kommt, dass jeder Euro für Verteidigung oberhalb von 1 % des BIP nicht mehr unter die Schuldenbremse fällt. Abgestimmt wurde mit 512 zu 206. Abgeordnete von AfD und Linken wollten die Sitzungen in Karlsruhe stoppen lassen, das Bundesverfassungsgericht wies ihre Eilanträge am 13. und 17. März ab.
Rechtlich war das also sauber. Es war aber auch der einzige Weg. Im neuen Bundestag haben AfD und Linke zusammen 216 von 630 Sitzen, mehr als ein Drittel, und beide stimmten mit Nein. Eine Woche später wäre dieselbe Grundgesetzänderung gescheitert.
Wie groß ist der Brocken? Das Sondervermögen ist bei 500 Milliarden € gedeckelt, die Ausnahme für die Verteidigung gar nicht. Die Nachrichtenagentur AFP bezifferte die Pläne am Tag der Abstimmung auf „mehr als eine Billion Euro“ über zehn Jahre, die Tax Foundation spricht von einem Paket über 1 Billion €. Daher kommt die Billion, die seitdem in den Kommentaren steht. Die Finanzplanung der Regierung bestätigt die Größenordnung: Das IW Köln zählt allein für 2026 bis 2030 neue Bundesschulden von 972 Milliarden €.
Versprochen und geliefert#
Wahlkampf ist Werbung. Ein Koalitionsvertrag dagegen ist ein Vertrag, und Verträge kann man nachprüfen.
| Versprochen | Geliefert |
|---|---|
| „Wir halten an der Schuldenbremse des Grundgesetzes fest“ (Wahlprogramm CDU/CSU, 2025) | Grundgesetzänderung vom 18. März 2025: 500 Mrd. € Sondervermögen plus Verteidigungsschulden ohne Deckel |
| „Wachstumsraten von mindestens zwei Prozent“ (CDU-Agenda 2030, Januar 2025) | +0,2 % im Jahr 2025. Für 2026 erwarten die Institute 1,3 %, erkauft mit einem Defizit von 4,1 % des BIP |
| Stromsteuer „für alle“ aufs europäische Mindestmaß (Koalitionsvertrag) | Juli 2025: nur produzierendes Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft. Die Haushalte bekamen stattdessen einen Zuschuss zu den Netzentgelten |
| Bürgergeld-Reform spart „zweistellige Milliardenbeträge“ (Merz, Dezember 2024) | Schätzung im Gesetzentwurf selbst: 86 Mio. € für 2026, 69 Mio. € für 2027. Ausgaben für die Leistung: 39,8 Mrd. € (2024), 41,5 Mrd. € (2025) |
| Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zur Mitte der Legislatur senken | Kabinettsentwurf vom 2. September 2026: rund 10 Mrd. € Entlastung, dazu ein neuer Satz von 47 % ab 280.000 € und 45 % schon ab 250.000 € statt ab 277.826 €. Noch nicht beschlossen |
| Bürokratiekosten um 25 % senken, rund 16 Mrd. € | Normenkontrollrat, Juli 2026: 9,4 Mrd. € Entlastung beim Erfüllungsaufwand auf dem Papier, Bürokratiekosten um 1,2 Mrd. € gestiegen |
| Sozialbeiträge „stabilisieren“ | 41,9 % (2025) auf 42,3 % (2026). Prognosen für den Zusatzbeitrag 2027: 3,1 bis 3,7 %, nach 2,9 % |
| Körperschaftsteuer von 15 auf 10 % | Geliefert, seit Juli 2025 Gesetz. Erste Stufe: 2028. Letzte Stufe: 2032 |
Eine von acht Zusagen ist eingelöst. Und ausgerechnet die greift erst im Jahr vor der nächsten regulären Bundestagswahl.
Meine Lesart#
Am 4. Oktober hat Roland Tichy den Kanzler in einem Kommentar für politisch erledigt erklärt. Ich sehe es genauso. Gemessen an ihren eigenen Ansprüchen ist diese Kanzlerschaft gescheitert, und die Tabelle oben ist der Beleg. Mit dem Versprechen solider Finanzen und neuen Wachstums hat die Union 28,5 % geholt. Heute kommt sie samt bayerischer Schwester auf 18–23 %. Zieht man die CSU ab, die INSA im Juni bundesweit bei 4,4 % sah, bleiben für die CDU allein irgendwo zwischen 14 und 19 %. Die Subtraktion ist meine, kein Institut weist sie Woche für Woche aus.
Die SPD hat vieles blockiert, das ist aktenkundig. Die Haltelinie beim Rentenniveau ging unverändert durch. Aus den 33 Vorschlägen der Rentenkommission vom Juni 2026 ist bis heute kein Gesetzentwurf geworden. Das Arbeitszeitgesetz hängt jetzt an Tarifverträgen, und die Senkung der Körperschaftsteuer wurde bis 2028 geparkt. Nur hat auch die Union kräftig mit ausgegeben: die höhere Mütterrente für rund 5 Milliarden € im Jahr, 7 % Mehrwertsteuer in der Gastronomie, eine höhere Pendlerpauschale. Zwei Parteien, eine Richtung.
Und jetzt der Teil, der dein Geld betrifft: Ich glaube nicht, dass es der nächste Kanzler besser macht. Nicht, weil die Kandidaten schlechter wären. Sondern weil die Zahlen dieselben bleiben.
Die Reformfalle in Zahlen#
Die Public-Choice-Theorie sieht Politiker ohne Heiligenschein: Sie folgen Anreizen wie alle anderen auch. Schauen wir uns also die Anreize an.
| Was im Weg steht | Zahl | Quelle |
|---|---|---|
| Wahlberechtigte ab 60 | 42,1 % | Bundeswahlleiterin, Wahl 2025 |
| Wahlberechtigte unter 30 | 13,3 % | Bundeswahlleiterin |
| Menschen ab 67 je 100 im Alter von 20 bis 66 | 32,7 (2024), 43,1 (2035) | Destatis, 16. Bevölkerungsvorausberechnung |
| Haltelinie 48 % Rentenniveau bis 2031 | rund 122 Mrd. € zusätzlich aus dem Bundeshaushalt bis 2039 | Beschlossen am 5. Dezember 2025, 318 zu 225 |
| Rentenbeitrag | heute 18,6 %, 2028 dann 19,8 %, 2039 dann 21,2 % | Rentenversicherungsbericht 2025 |
| Arbeit und Soziales, Verteidigung und Zinsen als Anteil am Bundeshaushalt | 59,2 % (2026), 63,6 % (Entwurf 2027) | Eigene Rechnung aus Bundestagszahlen |
| Zinsen als Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes | 7,7 % (2025), 18,1 % (2030) | Schätzung des IW Köln |
| Offene Lücken im Finanzplan | 22 Mrd. € (2028), 39 Mrd. € (2029), 48 Mrd. € (2030) | Finanzplan des Bundes |
| Stimmen für eine Grundgesetzänderung | 420 von 630. Koalition: 328. Mit den Grünen: 413 | Bundestag |
| Unternehmensinsolvenzen | 24.064 im Jahr 2025, so viele wie seit 2014 nicht | Destatis |
| Verlorene Industriejobs seit 2019 | 341.500 | EY-Industriebarometer, Mai 2026 |
| Deutsche Staatsbürger, die gehen (netto) | 81.000 (2024), 97.000 (2025) | Destatis; seit 2005 jedes Jahr ein Minus |
Lies die Tabelle von oben nach unten. Auf einen Wahlberechtigten unter 30 kommen drei über 60. Wer die Renten kürzt, verprellt den größten Wählerblock im Land. Also kürzt sie keiner. Die Haltelinie steht im Gesetz, die Zinsen sind vertraglich geschuldet, die Verteidigungsausgaben sind der NATO zugesagt. Damit sind von zehn Euro im Bundeshaushalt sechs verplant, bevor das erste Schlagloch geflickt ist, und der Anteil steigt jedes Jahr.
Und wenn eine mutige Regierung einfach die Spielregeln ändert? Für Strukturreformen muss das Grundgesetz ran. Dafür braucht es zwei Drittel, und zwei Drittel gibt es nur mit Stimmen von AfD oder Linken. Beide haben im März 2025 Nein gesagt. Eine andere Koalition schraubt bloß ein neues Türschild an dasselbe Haus.
Einer Regierung, die weder kürzen noch reformieren kann, bleiben damit drei Geldquellen: neue Schulden, Inflation und Leute, die sie nicht abwählen können oder nicht schnell genug weg sind. Der offizielle Plan setzt auf die erste Quelle und darauf, dass sie billig bleibt.
Was die Prognosen wert waren#
Bevor du dem Plan traust, lohnt ein Blick auf die Trefferquote der Planer.
| Größe | Offizielle Prognose | Ergebnis |
|---|---|---|
| BIP 2023 | +3,1 % (Institute, Frühjahr 2022); –0,4 % (Bundesregierung, Oktober 2022) | –1,0 % |
| BIP 2024 | +1,3 % (Bundesregierung und Institute, Herbst 2023) | 0,0 % (bis zur Revision 2026 als –0,5 % gemeldet) |
| BIP 2025 | +1,1 % (Bundesregierung, Oktober 2024); +0,8 % (Institute) | +0,2 % |
| Zinsausgaben des Bundes 2024 | 15,6 Mrd. € (Finanzplan vom August 2021) | 34,2 Mrd. € |
| Zinsausgaben des Bundes 2025 | 15,1 Mrd. € (derselbe Plan) | rund 29,9 Mrd. € |
Drei Wachstumsprognosen, dreimal daneben, und jedes Mal zu optimistisch. Bei den Zinsen war die Rechnung nach drei Jahren doppelt so hoch wie geplant. Ich unterstelle niemandem, Zahlen zu frisieren. Aber kein Ministerium veröffentlicht einen Plan, in dem sein eigener Haushalt nicht aufgeht. Also wird die unangenehme Seite nie gedruckt. Hier ist sie.
Das Szenario, das keiner druckt: Was, wenn die Zinsen steigen?#
2021 lieh sich der Bund im Schnitt zu –0,16 %. Die Anleger zahlten also dafür, ihm Geld leihen zu dürfen. 2025 kosteten neue Schulden schon 2,60 %. Der gesamte Bestand kam Ende 2025 trotzdem erst auf 1,61 %, weil noch längst nicht alle billigen Altanleihen ausgelaufen sind. Die laufen aber nach und nach aus, die durchschnittliche Laufzeit beträgt 7,8 Jahre. Die 80,7 Milliarden € Zinsen, die der Finanzplan für 2030 ansetzt, unterstellen bereits teureres Geld. Das IMK hat zurückgerechnet und kommt auf einen Zins für neue Kredite, der im Plan von 3,1 % auf über 3,6 % steigt.
Wir haben also getan, was der Finanzplan unterlässt, und am Zins gedreht. Die Ausgangswerte:
- Schulden des Bundes samt Sondervermögen Ende 2025: 1.794 Mrd. € (Finanzagentur).
- Neue Schulden 2026–2030: 972 Mrd. € (IW Köln). Schuldenstand 2030: rund 2.766 Mrd. €.
- Steuereinnahmen des Bundes 2030: 437,3 Mrd. € (Finanzplan vom August 2026).
- Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe am 1. Oktober 2026: 3,60 %.
| Zins gegenüber dem Plan | Zinsausgaben 2030 | Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes | Wenn der ganze Bestand umgeschuldet ist |
|---|---|---|---|
| Wie geplant | 80,7 Mrd. € | 18,5 % | ≈ 100 Mrd. €, 23 % |
| +1 Punkt | ≈ 101 Mrd. € | 23 % | ≈ 127 Mrd. €, 29 % |
| +2 Punkte | ≈ 121 Mrd. € | 28 % | ≈ 155 Mrd. €, 35 % |
| +3 Punkte | ≈ 141 Mrd. € | 32 % | ≈ 183 Mrd. €, 42 % |
Das ist unsere Rechnung, keine Prognose. Für 2030 gilt: geplante Zinsen plus Zinsaufschlag mal 2.000 Mrd. €. So viel Schuld trägt nach unserer Annahme bis dahin schon Zinsen auf dem Niveau nach 2025, nämlich die 972 Mrd. € neuer Kredite und gut die Hälfte des heutigen Bestands (allein 2026 werden 321,5 Mrd. € fällig). Die Gegenprobe liefert das IMK: Verharrten die Renditen auf dem Stand vom Juni 2026, würde der Bund 2030 14 Mrd. € Zinsen sparen. Das passt zur Größenordnung. Die letzte Spalte rechnet 2.766 Mrd. € mal Durchschnittszins (im Planfall 3,6 %), geteilt durch die Steuereinnahmen von 2030. Eine statische Rechnung also: keine neuen Schulden nach 2030, keine wachsenden Einnahmen.
Jetzt andersherum gefragt: Welcher Durchschnittszins auf 2.766 Mrd. € frisst welchen Teil der Bundessteuern?
| Zinsen als Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes | Nötiger Durchschnittszins |
|---|---|
| 25 % | 3,95 % |
| 50 % | 7,9 % |
| 100 % | 15,8 % |
Die erste Zeile verdient einen zweiten Blick. Damit ein Viertel aller Bundessteuern an die Gläubiger geht, genügt ein Durchschnittszins von knapp 4 %. Die zehnjährige Bundesanleihe brachte am 1. Oktober 3,60 %.
Ein Polster, das den Schlag abfedern könnte, hat der Haushalt nicht. Im Entwurf für 2027 binden Arbeit und Soziales (201,5 Mrd. €), Verteidigung (109,7 Mrd. €) und Zinsen (41,9 Mrd. €) zusammen 353 Mrd. €. Die Steuereinnahmen des Bundes im selben Jahr: 395 Mrd. €. Drei Posten verschlingen 89 %. Alles andere, was der Bund tut, läuft schon heute auf Pump.
Meine Lesart#
Spätestens wenn die Zinsen sämtliche Steuereinnahmen auffressen, ist ein Staat am Ende. In Wirklichkeit ist er es lange vorher, denn rechnen können die Gläubiger auch. Sobald sie dem Ergebnis nicht mehr trauen, verlangen sie mehr Zins. Und mehr Zins macht das Ergebnis schlechter. Ab da dreht sich die Spirale von allein.
Alle großen Ratingagenturen bewerten Deutschland mit AAA, Moody’s hat die Note am 18. September 2026 bestätigt. Das beschreibt den Stand von heute. Für 2032 beruhigt mich das kein bisschen. 1923 konnte das Reich die Mark, die es im Inland schuldete, wenigstens selbst drucken. Das heutige Deutschland verschuldet sich in einer Währung, die in Frankfurt ausgegeben wird, von einer Zentralbank, der das EU-Recht (Artikel 123 AEUV) die direkte Staatsfinanzierung verbietet.
Deshalb halte ich einen deutschen Staatsbankrott für ein realistisches Szenario, in welcher höflichen Verpackung auch immer. Dafür braucht es nur höhere Zinsen, und die werden nicht in Berlin gemacht. Ein Datum nenne ich dir nicht. Die Tabelle hast du.
Was Staaten die letzten Male getan haben#
Ein Staat, der nicht zahlen kann, macht nicht den Laden dicht. Er treibt ein. Die Bilanz, in Deutschland und im Euroraum:
- 1923, die Notenpresse. Im November 1923 kostete ein US-Dollar 4,2 Billionen Mark. Die neue Rentenmark ersetzte je eine Billion Papiermark. Wer in Mark gespart hatte, stand vor dem Nichts.
- 1931, der Ausgang. Mitten in der Haushaltskrise führte die Notverordnung vom 8. Dezember 1931 die Reichsfluchtsteuer ein: 25 % des Vermögens für jeden, der mit mehr als 200.000 Reichsmark das Land verließ. 1934 senkte die nächste Regierung die Schwelle auf 50.000 und wandte die Steuer gegen genau die Menschen, die sie selbst aus dem Land trieb. Im Gesetz stand sie bis 1953. Ein Instrument, geschaffen für einen Notfall, lag bereit für jeden, der danach regierte.
- 1948, das Ersparte. Die Währungsreform. Aus 100 Reichsmark auf dem Konto wurden am Ende 6,50 D-Mark.
- 1952, das Vermögen. Das Lastenausgleichsgesetz belegte Vermögen nach dem Stand vom 21. Juni 1948 mit einer Abgabe von 50 %, abzustottern in Vierteljahresraten über rund 30 Jahre. Die letzte Rate war am 31. März 1979 fällig. Für Eigentümer ist das der Präzedenzfall schlechthin: Getroffen hat es Immobilien und Betriebe, also genau das, was die Währungsreform überstanden hatte.
- Griechenland, 2012 und 2015. Private Gläubiger mit griechischen Anleihen über rund 197 Mrd. € verloren 53,5 % des Nennwerts. Im Juni 2015 kamen Kapitalverkehrskontrollen: drei Wochen geschlossene Banken, 60 € am Tag aus dem Automaten. Die letzten Beschränkungen fielen erst im September 2019.
- Zypern, 2013. Die Bank of Cyprus wandelte 47,5 % der Einlagen über 100.000 € in Aktien um. Mitten im Euroraum, über ein Wochenende.
Nichts davon ist eine Prognose. Es ist der Instrumentenkasten. Und jedes Werkzeug darin traf Leute, die etwas besaßen und damit nicht rechtzeitig umgezogen waren.
„Bei uns doch nicht“#
Der übliche Einwand: Das war damals, heute ist so etwas undenkbar. 2019 hätte ich das unterschrieben. Niemand in Westeuropa hätte geglaubt, dass eine Regierung dir verbieten kann, die eigene Wohnung zu verlassen, dass an Schengen-Grenzen wieder Pässe kontrolliert werden und dass der Staat festlegt, wer dich zu Hause besuchen darf. Im März 2020 war all das binnen weniger Wochen geltendes Recht. Deutschland kontrollierte ab dem 16. März 2020 an fünf seiner Grenzen.
Die Gerichte haben dann auch geurteilt, nur eben spät. Das Bundesverwaltungsgericht erklärte die bayerische Ausgangsbeschränkung vom März 2020 für unverhältnismäßig, das Urteil datiert vom 22. November 2022. Österreichs Verfassungsgerichtshof befand im Juli 2020 das allgemeine Betretungsverbot für öffentliche Orte für gesetzwidrig. Spaniens Verfassungsgericht kippte im Juli 2021 die Ausgangssperre aus dem ersten Alarmzustand. Und das Bundesverfassungsgericht billigte im November 2021 die „Bundesnotbremse“, nächtliche Ausgangsbeschränkungen und Kontaktbeschränkungen eingeschlossen.
Mein Schluss, ausdrücklich als Meinung: Ist der Notstand erst ausgerufen, sind Grundrechte binnen Tagen ausgesetzt. Das meiste davon hält vor Gericht. Und wo nicht, kommt die Korrektur, wenn die Maßnahme längst Geschichte ist. Ich will die Pandemie hier nicht neu verhandeln. Es geht ums Risiko, und „Das ist noch nie passiert“ ist kein Risikomodell. Eine Vermögensabgabe oder eine über Nacht verschärfte Wegzugsbesteuerung wären kleinere Schritte als die, denen wir alle zugesehen haben. Für beides gibt es ein deutsches Vorbild.
Wer zahlt: die Bilanz#
Zuerst das, was schon gilt.
- Wegzugsbesteuerung, 2022. Wer innerhalb der EU umzog, konnte die Steuer früher zinslos und unbefristet stunden. Seit dem 1. Januar 2022 gibt es nur noch sieben Jahresraten, meist gegen Sicherheitsleistung. Einzelheiten im Guide zur Wegzugsbesteuerung.
- Wegzugsbesteuerung auf Fonds, 2025. Seit dem 1. Januar 2025 trifft sie auch Fondsanteile, und zwar ab einer Beteiligung von 1 % oder ab 500.000 € Anschaffungskosten. Ein großes ETF-Depot kann damit eine Steuer auslösen, die eigentlich für Firmeninhaber gedacht war.
- Solidaritätszuschlag. Eingeführt für die Wiedervereinigung, am 26. März 2025 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Die Einheit ist lange vollzogen, der Zuschlag ist geblieben: 5,5 % obendrauf auf Körperschaftsteuer, Abgeltungsteuer und höhere Einkommen.
- Beitragsbemessungsgrenzen. In der Rentenversicherung stieg die Grenze binnen zwei Jahren von 7.550 € auf 8.450 € im Monat, in der Krankenversicherung von 5.175 € auf 5.812,50 €. Bei einem Angestellten über beiden Grenzen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen jetzt rund 3.018 € im Monat statt 2.620 €. Das sind 4.773 € mehr im Jahr, ein Plus von 15 %. Eine Steuererhöhung durch die Hintertür, für die niemand vor die Kameras treten musste.
Jetzt die Vorschläge. Gesetz ist davon noch nichts.
- Spitzensteuersatz. Laut Kabinettsentwurf vom 2. September 2026 gelten 45 % ab 250.000 € und neu 47 % ab 280.000 €. Die erste Lesung im Bundestag ist für den 8. Oktober angesetzt.
- Krypto. Ein Referentenentwurf aus dem Finanzministerium würde die einjährige Haltefrist für Coins abschaffen, die nach 2026 gekauft werden. Mehr dazu in Krypto und Auswandern.
- Erbschaftsteuer. Die SPD hat im Januar 2026 ein Reformpapier vorgelegt, die Union hat abgewinkt. Am 12. und 13. Oktober 2026 verhandelt das Bundesverfassungsgericht zwei Verfahren zur Verschonung von Betriebsvermögen. Ein Urteil kann den Gesetzgeber zum Handeln zwingen, ob die Koalition will oder nicht.
- Vermögensteuer. Ein Antrag der Linken (1 % ab 1 Million €) liegt seit März 2026 im Ausschuss. Im Koalitionsvertrag steht sie nicht.
- Abgeltungsteuer. Die SPD wollte in den Koalitionsverhandlungen 2025 30 statt 25 %. Durchgekommen ist sie damit nicht.
Fällt dir was auf? Alles, was beschlossen ist, macht das Gehen oder das Verdienen teurer. Und alles auf der Wunschliste ebenso.
Nicht nur Deutschland#
Berlin ist das Lehrbeispiel, nicht der Sonderfall.
- Frankreich gibt 57,2 % des BIP aus, mehr als jedes andere EU-Land außer Finnland (57,7 %). Binnen neun Monaten sind zwei Premierminister am Haushalt gescheitert, im Dezember 2024 und im September 2025. Die Mindeststeuer von 20 % auf hohe Einkommen wurde als einmalig verkauft und gilt jetzt, bis das Defizit unter 3 % sinkt. Frankreich verlassen
- Großbritannien hat das Non-Dom-Regime zum 6. April 2025 abgeschafft. Die britische Erbschaftsteuer läuft dir nach dem Wegzug jetzt noch drei bis zehn Jahre hinterher. Eine Wegzugsteuer war schon im Gespräch, Gesetz ist sie nicht. Großbritannien verlassen
- Italien verkauft Zuzüglern eine Pauschalsteuer auf Auslandseinkünfte, und der Preis klettert: 100.000 € bis 2024, 200.000 € ab August 2024, 300.000 € ab 2026.
- Niederlande: Die Zweite Kammer hat im Februar 2026 beschlossen, ab 2028 auch nicht realisierte Gewinne zu besteuern, mit 36 % pro Jahr. Die Erste Kammer hat ihre Abstimmung vertagt. Niederlande verlassen
- Spanien führte für 2022 und 2023 eine „befristete“ Vermögensteuer ab 3 Millionen € ein. Im Dezember 2023 wurde sie verlängert, ohne Enddatum. Nichts hält eben so lange wie ein Provisorium. Spanien verlassen
- Belgien besteuert seit 2026 Gewinne aus Finanzvermögen mit 10 %, eine Wegzugsregel gleich inklusive. Österreich kassiert beim Wegzug 27,5 % auf jedes Depot. Belgien, Österreich
- Norwegen hat 2022 die Fünfjahresgrenze bei der Wegzugsteuer gestrichen und 2024 nachgeschärft. Eine Denkfabrik zählt auf Basis von Daten des Finanzministeriums 105 Menschen mit mehr als 100 Millionen Kronen Vermögen, die 2022 und 2023 gegangen sind. Das sind mehr als in den acht Jahren davor zusammen.
Das einzige ehrliche Gegenbeispiel: Frankreich hat seine Wegzugsteuer 2019 entschärft und die Haltefrist von 15 auf zwei beziehungsweise fünf Jahre verkürzt. Das Parlament wollte das 2024 und 2025 wieder einkassieren. Beide Anläufe sind mit dem jeweiligen Haushalt untergegangen, nicht am fehlenden Willen.
Wer schon weg ist#
Großbritannien liefert den Feldversuch. Seit dem 6. April 2025 ist das Non-Dom-Regime Geschichte, und seitdem lassen sich die Abgänge in öffentlichen Registern nachlesen.
| Wer | Wohin | Berichtet |
|---|---|---|
| David Reuben, 88; 28 Mrd. £ zusammen mit seinem Bruder (Sunday Times Rich List 2026) | Monaco, von einem Sprecher bestätigt; kein Grund genannt | Sunday Times, Oktober 2026 |
| Lakshmi Mittal, 15,4 Mrd. £ (Rich List 2025) | Steuerlich in der Schweiz ansässig, verbringt mehr Zeit in Dubai | Sunday Times, November 2025 |
| Nik Storonsky, Gründer von Revolut | VAE, laut britischer Registermeldung | Oktober 2025 |
| Ian und Richard Livingstone, 8,5 Mrd. $ (Bloomberg) | Monaco, laut Registermeldungen | Bloomberg, April 2025 |
| Alan Howard, Hedgefonds-Gründer, 4,3 Mrd. $ (Bloomberg) | Schweiz, laut britischen Registermeldungen | Bloomberg, Dezember 2025 |
| Guillaume Pousaz, Gründer von Checkout.com | Monaco, laut Companies House | Telegraph, Mai 2025 |
Eine Registermeldung verrät, wo jemand nach eigener Angabe wohnt. Warum er gegangen ist, verrät sie nicht. Auf die Daten darf man trotzdem schauen.
Die Sunday Times zählte 2024 noch 165 Milliardäre in Großbritannien, 2025 nur noch 156. Einen stärkeren Rückgang hatte es seit dem Start der Liste 1989 nicht gegeben. 2026 waren es 157. Eine Auswertung der FT von Companies-House-Daten fand 3.790 Geschäftsführer, die zwischen Oktober 2024 und Juli 2025 ihren britischen Wohnsitz aufgegeben haben, 40 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Steuerbehörde HMRC legt ihre eigene Statistik für die Zeit nach der Reform erst 2027 vor. Henley & Partners schätzte den Nettoverlust 2025 auf 16.500 Millionäre für das Vereinigte Königreich und auf 400 für Deutschland. Das ist eine Schätzung. Die Registermeldungen sind keine.
Deutschland ist weniger auskunftsfreudig. Destatis zählt Köpfe, 2025 waren es netto 97.000 Staatsbürger, aber nicht, was diese Leute verdient haben. Die letzte Zahl zur Wegzugsbesteuerung, die die Bundesregierung dem Bundestag genannt hat, stammt aus 2018: 180 Millionen € festgesetzt, davon rund 170 Millionen € gestundet, und zwar nach den Regeln, die 2022 ausgelaufen sind. Die Unternehmen waren schneller. Von 2021 bis 2023 flossen netto 94 bis 125 Milliarden € Direktinvestitionen pro Jahr ab, erst 2025 drehte der Saldo leicht ins Plus.
Was schwache Regierungen zuerst dichtmachen#
Eine starke Regierung kann ausgerechnet denen die Steuern senken, die am leichtesten gehen könnten, und das als Standortpolitik verkaufen. Eine schwache bekommt so etwas nicht einmal durch die eigene Koalition. Also nimmt sie den billigeren Weg und macht das Gehen teurer. Für Auswanderer ist schließlich noch nie eine Mehrheit auf die Straße gegangen.
Deshalb funktionieren Wegzugsregeln wie eine Ratsche, sie drehen nur in eine Richtung. Deutschland 2022, Norwegen 2022 und 2024, deutsche Fonds 2025, Belgien 2026. Jede Verschärfung lässt die Altfälle in Ruhe und erwischt den, der sich als Nächster entscheidet.
Bleiben oder richtig umziehen: zehn Jahre im Vergleich#
Wir nehmen denselben Gründer wie in unserem Text zur Flaggentheorie: Deutscher, Ein-Personen-Beratung, 150.000 € Gewinn im Jahr, das meiste davon schüttet er aus. Überschlagen mit den Sätzen von 2026, vor Sozialabgaben und Freibeträgen.
| Pro Jahr | In zehn Jahren | |
|---|---|---|
| Deutsche GmbH, Gründer bleibt | ≈ 72.700 € Steuern (48 %) | ≈ 727.000 € |
| Zypern-Gesellschaft, Gründer lebt dort als Non-Dom | ≈ 25.900 € Steuern (17 %) plus ≈ 5.000 € laufende Kosten | ≈ 309.000 € |
| Unterschied | ≈ 41.800 € | ≈ 418.000 € |
| Falls eine bestehende GmbH mit 1.025.000 € Wert mitkommt: Wegzugsteuer | ≈ 37.700 €, sieben Jahre lang | ≈ 264.000 € |
| Unterschied nach Wegzugsteuer | ≈ 4.100 €, sieben Jahre lang, danach ≈ 41.800 € | ≈ 154.000 € |
Drei Anmerkungen. Erstens unterstellt die Zeile fürs Bleiben, dass Berlin zehn Jahre lang nichts erhöht. Lies die Abschnitte oben noch einmal und entscheide selbst, wie sicher du dir da bist. Zweitens ist auch die Zypern-Zeile nicht in Stein gemeißelt: Zypern hat die Körperschaftsteuer dieses Jahr von 12,5 auf 15 % angehoben. Drittens ist die letzte Zeile das Argument für alle Gründer, die ihre GmbH noch gar nicht gegründet haben. Der Umzug, der mit Firma 264.000 € kostet, kostet ohne Firma keinen Cent Wegzugsteuer.
Der Haken: Du musst dort auch wirklich leben. Ein Briefkasten in Limassol und ein Leben in München sind kein Plan, sondern eine Betriebsprüfung mit Zeitzünder. Deinen eigenen Gewinn rechnest du im Steuerrechner durch.
Was du tun kannst, solange die Türen offen sind#
Ohne Panik, legal und in dieser Reihenfolge.
- Diesen Monat: Verschaff dir einen Überblick. Firmenbeteiligungen ab 1 %, Fondsanteile ab 500.000 € Anschaffungskosten. Schreib die Liste. Die meisten, die Wegzugsteuer schulden, merken es erst, wenn die Spedition schon bestellt ist.
- Dieses Quartal: Lass bewerten. Das vereinfachte Ertragswertverfahren des Finanzamts multipliziert den Gewinn mit 13,75. Für eine Ein-Personen-Firma ist das ein Fantasiepreis, und du darfst einen niedrigeren Wert nachweisen.
- Prüf, was dir nachläuft. Deutsche Staatsbürger, die in ein Niedrigsteuerland ziehen und wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behalten, bleiben zehn Jahre lang teilweise steuerpflichtig, Stichwort erweiterte beschränkte Steuerpflicht. Deutschland verlassen und Steuern beim Auswandern erklären das. Andere Länder haben ihre eigenen Nachwirkungen.
- Binnen sechs Monaten: eine zweite Bank in einem zweiten Land. Nicht zum Verstecken, das ist seit dem automatischen Informationsaustausch ohnehin vorbei. Sondern als Reserve, falls bei der ersten etwas klemmt. Mehr dazu unter Offshore-Banking.
- Binnen eines Jahres: ein Plan B, in dem du auch wirklich leben könntest. Eine Aufenthaltserlaubnis, die du schon genutzt hast, eine Wohnung, die du gesehen hast, ein Steuerwohnsitz, der die Ansässigkeitstests besteht. Der Jurisdiction Finder sortiert die Kandidaten vor.
- Dann entscheide. Bleiben ist eine gute Entscheidung, wenn du den Preis kennst. Sich treiben lassen ist gar keine.
Ein ehrliches Wort an Angestellte: Wenn du ein Gehalt beziehst, keine Firma besitzt und einen ganz normalen ETF-Sparplan hast, ist das meiste hier Grundrauschen. Dein Hebel ist die nächste Gehaltsverhandlung. Wichtig wird das alles für Gründer, Gesellschafter und Anleger.
Der Stimmzettel tauscht nur die Gesichter#
Geh wählen. Es kostet wenig und tut gut. Nur erbt die nächste Koalition dieselben Rentner, dieselbe Zinslast und dasselbe Zweidrittelproblem. Und bei der Frage, wen man zur Kasse bitten kann, wird sie zum selben Ergebnis kommen. Wann die Zinsen steigen und welches Werkzeug dann aus dem Kasten geholt wird, kann ich dir nicht sagen. Das Finanzministerium kann es auch nicht. Es druckt die Seite bloß nicht.
Was du als Einzelner ändern kannst: wie viel von deinem Leben an einer einzigen Regierung hängt. Genau darum geht es bei der Flaggentheorie. Pass, Steuerwohnsitz, Firma, Bank und Vermögen gehören nicht alle in dieselben Hände. Die Tabelle kannst du nicht ändern. Aber du kannst aufhören, eine Zeile darin zu sein.
Dieser Artikel ist Meinung und allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen mit Stand 5. Oktober 2026. Die Prognosen stammen von den genannten Institutionen, die Zinsszenarien sind unsere eigene Rechnung und keine Vorhersage, und Entwürfe können sich noch ändern.
Du willst deine eigenen Zahlen prüfen lassen, bevor der erste Karton gepackt ist? Genau dafür gibt es die Strategy Session.
Quellen#
- Bundesfinanzministerium – Entwicklung der Staatsquote (Monatsbericht Mai 2026)
- Destatis – Bruttoinlandsprodukt 2025 (15. Januar 2026)
- Destatis – Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (30. Juli 2026)
- Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2026 (24. September 2026)
- WKO – Staatsquoten, Daten der EU-Kommission (Mai 2026)
- ifo Schnelldienst 12/2025 – Staatsquote 2019 und Projektion des Stabilitätsrats für 2029
- Bundestag – Sondersitzung vom 18. März 2025, Grundgesetzänderung
- Bundesrat – Beschluss vom 21. März 2025
- Bundestag – Haushaltsentwurf 2027 und Finanzplan bis 2030 (6. Juli 2026)
- Bundestag – Zinsausgaben im Finanzplan (14. August 2026)
- Bundestag – Haushalt 2026, Arbeit und Soziales
- Bundestag – Haushaltsentwurf 2027, Arbeit und Soziales
- IW Köln – Bundeshaushalt 2030: Zinsen und Neuverschuldung (29. April 2026)
- Deutsche Bundesbank – deutsche Staatsschulden 2025
- Haufe – Beitragssätze zur Sozialversicherung 2026
- AOK – Beitragssätze 2024
- Deutsche Rentenversicherung – Rechengrößen der Sozialversicherung 2026
- Bundesrat – Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2025
- Bundesregierung – Rentenversicherungsbericht 2025
- Bundestag – namentliche Abstimmung zum Rentenpaket, 5. Dezember 2025
- ZDFheute – Rentenpaket: Kosten nach Jahren
- ZDFheute – Vorschläge der Rentenkommission (Juni 2026)
- Heidelberg24 – IGES-Projektion der Beitragssätze bis 2035
- IW Köln – Prognose zum GKV-Zusatzbeitrag 2027
- OECD – Taxing Wages 2026
- wahlrecht.de – aktuelle Umfragen nach Instituten
- inFranken – ARD-DeutschlandTrend Oktober 2026: Zufriedenheit mit dem Kanzler
- Junge Freiheit – INSA-Werte für CDU und CSU getrennt (24. Juni 2026)
- Bundeswahlleiterin – Bundestagswahl 2025, repräsentative Wahlstatistik
- Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD (April 2025)
- Leinetal24 – die Schuldenbremse im Wahlprogramm von CDU/CSU
- Schwäbische – CDU-„Agenda 2030“: Wachstum von mindestens zwei Prozent
- t-online – Koalitionsbeschluss zur Stromsteuer (Juli 2025)
- web.de – die Sparversprechen beim Bürgergeld im Check
- ZDFheute – Gesetzentwurf zur neuen Grundsicherung: die Sparschätzung des Entwurfs
- buergergeld.org – Ausgaben für das Bürgergeld 2024 und 2025
- Bundesregierung – Ergebnisse des Kabinetts vom 2. September 2026
- Der Betrieb – Einkommensteuerreformgesetz: die Details
- Bundestag – Einkommensteuerreform, erste Lesung
- Nationaler Normenkontrollrat – Pressemitteilungen (Juli 2026)
- KPMG – Investitionssofortprogramm: Körperschaftsteuer-Stufen 2028–2032
- Destatis – 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung
- ZDFheute – Firmenpleiten 2025 und erstes Halbjahr 2026
- EY – Industriebarometer, erstes Quartal 2026
- Destatis – Wanderungen 2025 (1. Juni 2026)
- IW Köln – Direktinvestitionsströme (Bundesbank-Daten)
- Lebensmittel Praxis – IW: ausländische Direktinvestitionen 2025
- Außensteuergesetz (AStG) – § 2 und § 6
- Investmentsteuergesetz – § 19, Wegzugsbesteuerung auf Fondsanteile
- Finanztip – Solidaritätszuschlag: Wer noch zahlt
- Rödl & Partner – Bundesverfassungsgericht prüft die Erbschaftsteuer
- Rödl & Partner – Reformideen der SPD zur Erbschaftsteuer
- Rödl & Partner – Vermögensteuer-Debatten im Bundestag
- Stuttgarter Zeitung – SPD und die Abgeltungsteuer
- Eurostat – Statistik der Staatsfinanzen
- LCL – Verlängerung der französischen Mindeststeuer auf hohe Einkommen
- Mayer Brown – französisches Haushaltsgesetz 2025: Ablehnung des Einnahmenteils
- GOV.UK – Erbschaftsteuer für langjährig im Vereinigten Königreich Ansässige
- Simmons & Simmons – italienische Pauschalsteuer für Zuzügler, 2026
- SRA – niederländisches Box-3-Gesetz noch nicht verabschiedet (Juli 2026)
- Cuatrecasas – Spanien, Königliches Gesetzesdekret 8/2023
- Skatteetaten – norwegische Wegzugsbesteuerung
- Civita – Wegzug vermögender Norweger (2025)
- Euronews – Henley-Schätzungen zur Millionärswanderung
- Grundgesetz – Artikel 39 (Dreißig-Tage-Frist)
- Bundestag – konstituierende Sitzung am 25. März 2025
- Bundestag – Sondersitzung am 13. März 2025
- Bundesverfassungsgericht – Pressemitteilung 25/2025 (14. März 2025)
- Bundesverfassungsgericht – Pressemitteilung 27/2025 (17. März 2025)
- The Local / AFP – Bundestag beschließt Ausgabenpaket (18. März 2025)
- Tax Foundation – Deutschlands Ausgabenpaket (22. April 2025)
- Finanzagentur – Kreditaufnahmebericht des Bundes 2025 (Bestand, Laufzeit, Zinskosten)
- Finanzagentur – aktuelle Renditen der Bundeswertpapiere
- Finanzagentur – Ratings der Bundesrepublik
- Bundestag – Finanzplan 2026 bis 2030 (Drucksache 21/7301)
- Bundestag – Finanzplan 2021 bis 2025 (Drucksache 19/31501)
- Bundesfinanzministerium – Entwicklung des Bundeshaushalts, Monatsbericht November 2025
- IMK Policy Brief 219 – Zinsausgaben des Bundes (Juli 2026)
- Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2022
- Gemeinschaftsdiagnose – Stellungnahme zur Herbstprojektion 2023 der Bundesregierung
- Gemeinschaftsdiagnose – Stellungnahme zur Herbstprojektion 2024 der Bundesregierung
- Vertrag über die Arbeitsweise der EU – Artikel 123
- Bundestag – die Hyperinflation von 1923
- Deutsches Historisches Museum – Währungsreform 1923
- Legal Tribune Online – die Reichsfluchtsteuer von 1931
- Der Betrieb – die deutsche Wegzugssteuer im Wandel der Zeit
- Deutsche Bundesbank – Währungsreform 1948
- Wissenschaftliche Dienste des Bundestags – die Vermögensabgabe nach dem Lastenausgleichsgesetz (2008)
- Europäischer Stabilitätsmechanismus – Schuldenschnitt für private Gläubiger Griechenlands, März 2012
- Journal of Financial Crises (Yale) – griechische Kapitalverkehrskontrollen 2015 bis 2019
- Europäischer Stabilitätsmechanismus – FAQ zu Zypern
- Bundesregierung – Grenzkontrollen im März 2020
- Bundesverwaltungsgericht – Pressemitteilung 70/2022 (22. November 2022)
- Bundesverfassungsgericht – Pressemitteilung 101/2021, Bundesnotbremse
- Verfassungsgerichtshof Österreich – Entscheidung V 363/2020 vom 14. Juli 2020
- Almacén de Derecho – Kommentar zum Urteil 148/2021 des spanischen Verfassungsgerichts
- Property Industry Eye – David Reuben verlässt das Vereinigte Königreich (5. Oktober 2026)
- City AM – Großbritanniens zweitreichster Mann zieht nach Monaco
- The Independent – Milliardäre verlassen das Vereinigte Königreich (Oktober 2026)
- The Tribune / PTI – Lakshmi Mittal verlässt das Vereinigte Königreich (24. November 2025)
- The National – Wohnsitz des Revolut-Gründers in die VAE verlegt (7. Oktober 2025)
- Fortune / Bloomberg – die Livingstone-Brüder ziehen nach Monaco (24. April 2025)
- Bloomberg Tax – Alan Howard wird in der Schweiz ansässig (23. Dezember 2025)
- City AM – Abgänge, darunter Guillaume Pousaz (Juni 2025)
- Reuters – Sunday Times Rich List 2025: weniger Milliardäre
- Irish News / PA – Sunday Times Rich List 2026
- City AM – Geschäftsführer verlassen das Vereinigte Königreich (FT-Auswertung von Companies House)
- GOV.UK – Statistik zu Non-Dom-Steuerpflichtigen
- Henley & Partners – Private Wealth Migration Report 2025
- Bundestag – festgesetzte Wegzugsteuer 2018 (Antwort der Bundesregierung, 2021)
- Tichys Einblick – Kommentar von Roland Tichy zum Kanzler (4. Oktober 2026)








